Letteratura Filatelica - Philatelistische Bücher und Zeitschriften aus Italien

Luigi Sirotti: La Repubblica Sociale Italiana. I servizi di posta civile nel territorio Metropolitano

Seconda edizione. Associazione Italiana Collezionisti Posta Militare e Storia Postale Rimini 2010

In jedem Jahr erhalten die Mitglieder der A.I.C.P.M. - Associazione Italiana Collezionisti Poste Militare e Storia Postale (der italienischen Vereinigung der Sammler von Feldpost und Postgeschichte) als Jahresgabe (gegen Ersatz der Portokosten oder bei Abholung anlässlich einer philatelistischen Großveranstaltung) ein Buch, das daneben auch über den Fachbuchhandel zu beziehen ist. Der Aufgabenstellung der Vereinigung entsprechend sind meist postgeschichtliche Themenstellungen relevant. Einige dieser jährlichen Bücher habe ich bereits in den vergangenen Jahren an dieser Stelle rezensiert.
Das Buch des Jahres 2010 beschäftigt sich mit den postalischen Auswirkungen eines spannenden Kapitels der italienischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, der Repubblica Sociale Italiana (RSI - Italienische Sozialrepublik). Dabei handelte es sich um den faschistischen Staat in Norditalien mit Benito Mussolini als Diktator an der Spitze unter der militärischen Protektion des Deutschen Reiches, der vom 23. September 1943 bis zum 25. April 1945 bestand und dessen Territorium sich auf das deutsche Besatzungsgebiet beschränkte.
Unter Mitarbeit von zahlreichen Philatelisten und Postgeschichtlem hat Luigi Sirotti ein umfassendes Handbuch der Philatelie und Postgeschichte dieses Gebietes erarbeitet. Dazu wurden alle erreichbaren Dokumente ausgewertet und zumindest in Auszügen veröffentlicht, die entweder einen Bezug zu den historisch/militärischen Ereignissen oder zu den postalischen Verhältnissen haben. Wie detailliert die Aussagen sind soll eine Angabe demonstrieren: für mehr als 5.000 italienische Städte und Gemeinden ist das Datum angegeben, an dem in ihnen die faschistische Herrschaft endete. Genauso detailliert sind die verschiedenen Aufdrucktypen sowohl für die „G.N.R.“-Aufdrucke als auch für die Aufdrucke des neuen Staatsnamens auf den Marken des Königreichs dargestellt. Beschrieben werden die möglichen Sendungsarten im Inlandsverkehr und auch die allerdings sehr eingeschränkten Möglichkeiten des Postverkehrs mit dem Ausland. Den Abschluss bildet auf nahezu 200 Seiten eine Katalogisierung der vorkommenden postalischen Belege mit einer Bewertung in Euro.
Die zahlreichen Abbildungen von Belegen, die vergrößerte Darstellung der Aufdrucke sowie viele Landkarten machen das Buch auch für Interessenten an diesem Gebiet mit nur geringen Kenntnissen der italienischen Sprache zu einer wertvollen Informationsquelle.
Meine abschließende Meinung: es liegt ein neues Standardwerk für dieses Gebiet der italienischen Philatelie und Postgeschichte vor.  (Jürgen Glietsch)
Aus: Italien Rundschau 65/2010

Autor: Dr. Jürgen Glietsch, 21.04.2018