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Emilio Simonazzi, Beniamino Cadioli: La Censura Posta Estera in Italia nella prima guerra mondiale

I Quaderni dell'Aicpm; Rimini, 2018

Schlagworte: Zensur

Autoren: Emilio Simonazzi Beniamino Cadioli

Rezension

Nicht jedes Thema braucht einen 300 seitigen A4 Band auf Kunstdruckpapier. Manchmal reichen auch 80 Seiten im B5 Format. Unter diesem Motto hatte die AICPM in den 1990er Jahren 7 „Heftchen“ (italienisch: Quaderni) herausgegeben.
Mit einem gelungenen Heftchen über die Zensur der Auslandspost  im Ersten Weltkrieg wird nun nach über zwanzig Jahren Pause diese Reihe fortgesetzt. An eine verhältnismäßig kurze, mit zahlreichen Verordnungstexten gespickte postgeschichtliche Einführung schließt sich ein – ebenfalls überraschend kurzer Katalog der Stempel und Etiketten an. Dies rührt daher, dass die Liste der mit der Auslandspost beschäftigten Postämter sehr, sehr kurz ist: sie umfasst nur acht Postämter, von denen zweie (Campione und Ponte Chiasso) nur einen einzigen Stempel verwand haben. So ist Simonazzi in der Lage, trotz des relativ geringen Seitenumfangs nicht nur alle Stempel als Reinzeichnungen zu zeigen, sondern auch einen (manchmal mehrere) Beleg abzubilden.
Alle Stempel/Etiketten werden bewertet von C wie comune („häufig“) über „non comune“ und „raro“ bit zu „molto raro“. Einziger Knackpunkt in diesem Heftchen ist, dass man bei den Reinzeichnungen nicht sieht, ob es sich um einen Stempel oder ein Etikett handelt (dies sieht man erst, wenn man sich zu den zugehörigen Belegen durchblättert.
Für den Zensurpostsammler ein Muss, aber auch jeder andere Sammler, der Auslandspost aus der Zeit des Ersten Weltkrieges in seiner Sammlung hat, wird an diesem Heftchen sein Vergnügen haben und die 10 € Investition in Literatur nicht bereuen.

Autor: Stephan Jürgens

gedruckt in: Italien Rundschau 86/2018