Bibliothek

Volkmar Werdermann: Die unterschiedlichen Kalender

Eine Anleitung zur Umrechnung der Stempeldaten; Soest, 2019

Schlagworte: Einführungen, Lehrbücher, Lexika

Autoren: Volkmar Werdermann

Rezension

Sindelfingen ist für mich immer die Gelegenheit gewesen, die (neue) Literatur der Arbeitsgemeinschaften zu sichten und gegebenenfalls zu erwerben. Bei diesem Bändchen musste ich nicht lange überlegen. Schließlich ist unser Kalender (der Gregorianische) und sein Vorgänger (der Julianische) beide in Rom – und damit mitten im Interessengebiet der Arge Italien – entwickelt worden. Das Volkmar ein guter Freund ist, und die Poststempelgilde für gute, preiswerte Literatur steht, machten die Entscheidung nicht schwerer.
Volkmar versteht sein Buch (auch) als eine thematische Briefmarkensammlung – und illustriert die einzelnen Kapitel entsprechend. Und auch den (Berufsschul-)Lehrer kann er nicht leugnen: Übungsaufgaben sind mir bisher in einem philatelistischen Fachbuch noch nicht untergekommen. Die durchgängig leicht verständliche, nahezu fremdwortfreie Sprache machen das Buch gut lesbar.
Volkmar erläutert in seinem Buch nur die Kalendersysteme, die auf Poststempeln vorkommen – was leider z.B. den Maya-Kalender außen vor lässt. Nach einer kurzen Einführung in den Gregorianischen Kalender  - oder „unseren Kalender“ wie Volkmar ihn auch nennt, folgt eine beinah ebenso Erläuterung des Julianischen Kalenders – mit den üblichen Beispiel von „Zeitreise-Briefen“, die z.B. in Rom am 10. Februar aufgegeben und in St. Petersburg am  3. Februar angekommen sind. Für Europa zeigt Volkmar drei weitere Kalender: den Französischen Revolutionskalender, den osmanischen Rumi-Kalender und die faschistische Zeitrechnung Italiens.
Es folgen Kapitel über die verschiedenen chinesischen, japanischen, koreanischen und thailändischen Kalender sowie ein kleines Kapitel über die buddhistischen Zeitrechnungen (ich verrate jetzt nicht in welchen Ländern diese in Poststempeln verwendet wurden/werden).  Es folgen die beiden zentralen Kalender der islamischen Welt (der „islamische“ und der „iranische“) sowie die in Indien und Nepal verwendeten Kalender. Den Abschluss bilden der jüdische Kalender (seit 1948 in Israel auf Poststempeln verwendet) und der äthiopische Kalender, der auch von der orthodoxen Kirche Eritreas verwendet wird.
Alles in allem ein amüsant zu lesendes Büchlein, welches in keinem gutsortierten Bücherschrank fehlen sollte.

Autor: Stephan Jürgens

gedruckt in: Italien Rundschau 89/2019